Gummiwagen Vestas 4,4to

Ja – so sieht ein Typenschild von 1964 aus.
Unsere Familie hatte meiner Erinnerung nach zwei Gummiwagen im landwirtschftlichen Einsatz. Der eine wurde im Zuge der wirtschaftlichen Aufgabe des Betriebes an den Nachbarn verkauft: ein Welger 5,7 to Anhänger aus Wolfenbüttel.

Der zweite blieb bis zum Schluss auf dem Hof – untergestellt in der Scheune. Bis vor Kurzem war ich der Meinung, dass der Anhänger in Uelzen gefertigt wurde…
Weit gefehlt: in Uelzen gab es den Vertrieb der Fa. Horst Böcker – der Hersteller ist die dänische Firma Vestas – genau die Firma, die heute Windräder baut.

Es war kurze Zeit mein Ansinnen, das Fahrzeug zu erhalten:

Doch letztlich gab es zwei entscheidene Faktoren hiervon Abstand zu halten:

  1. ohne Landwirtschaft keine steuerliche Vergünstigung für den Gummiwagen. Das klassische Folgekennzeichen (gleiche amtl. Kennzeichen, wie das des Schleppers) funktioniert nur, wenn man in der Landwirtschaft auch richtig arbeitet und Geld verdient
  2. der Gummiwagen hätte einer Zulassung bedurft und hierfür wäre Papiere fällig gewesen

Die Papiere waren definitiv nicht auffindbar. An alle, die sich dennoch damit auseinadersetzen möchten, habe ich mal folgenden „Work Around“ zusammengestellt:
Die Ersatz ABE müsste beim Kraftfahrtbundesamt beantragt werden. Hier gibt es eine sehr umfangreiche Datei: Verzeichnis der Hersteller und Typen der KFZ-Anhänger Klasse O

In dem Dokument mit Stand vom 15.02.2025 auf der Seite 329 findet sich folgender Eintrag:

Die Firma Vestas ist die Schlüsselnummer 9606 zugeordnet und hat ihren Sitz in Lem (Dänemark). Der Anhänger sollte sich in folgender Datei wiederfinden:

Und somit müsste man mit diesen Informationen dann weitere Schritte einleiten. Sehr umfangreich und letztlich zu viel des Guten.
Also schreibe ich heute diesen Artikel, der sich ja mindestens mal die kommenden 60 Jahre locker im Netz halten sollte. Ob diese Zeit unser Gummiwagen übersteht, ist auf einem anderen Blatt geschrieben.

1540,8 + 10.000 Betriebsstunden (=?)

Definitiv nicht im Fan-Shop oder den einschlägigen Oldtimer-Distributions-Verkaufsstätten erhältlich….
Höchstwahrscheinlich nicht einmal beim IHC Top Ersatzteile-Shop von Torsten Retemeier aus Porta-Westfalica 😉

>>>Das selbstgemachte Serviceheft<<<

Und nun steht auf Seite 7:
Durchgeführt wurde
– Motorölwechsel
– Ölfilterreinigung

Zusatzarbeiten – Wechsel von
– Dichtring für Ölfilterverschlussschraube (#13727D)
– Dichtring für Ölfilterelement (#711665R1)
– Dichtring für Ölfilterglocke (#716973R1)
– 5l Wagner SAE 20 HD Einbereichsmotorenöl (Art.-Nr. 320005)

Ich gehe davon aus, dass das Traktormeter seid 1964 einmal „genullt“ hat und somit der kleine rote Trecker eine Gesamtbetriebsstundenzahl von 11540,8 Stunden haben könnte.

19l Getriebeöl

Nachdem gestern das Getriebe mit rund 19 Litern SAE 90 gefüllt worden ist, musste heute im Zuge einer Überprüfungsfahrt das Ergebnis festgestellt werden:

nach kurzer Einlauf-Phase ist festzustellen, dass mit Zwischengas ein jetziges butterweiches Hochschalten möglich ist: Yeeeeeeeeiiiiii 🤩

Getriebeölwechsel steht an

Jetzt warte ich schon so lange.
Öl gab es von der Fa. Wagner Classic Oil

Gemäß Bedienungsanleitung aus dem Jahre 1964 findet man auf Seite 3 folgenden Hinweis: „Getriebeöl: SAE 90 (Sommer und Winter)
Das gleiche Getriebeöl ist auch zur Füllung des Riemenscheibengehäuses und des Lenkgehäuses zu verwenden. Alle in diesem Handbuch gegebenen Schmieranweisungen beziehen sich auf die vorstehenden Ölqualitäten.“

Das Getriebegehäuse bis zur Höhe des Kontrollstopfens, vorn rechts (unten beim Brems- bzw. Gaspedal) am Getriebegehäuse mit Getriebeöl füllen.

Der Einfüllstopfen befindet sich wiederum in der Mitte vor dem Fahrersitz, neben dem Schalthebel.

Jährlich oder nach 1000 Betriebsstunden, muss das Getriebeöl gewechselt werden. Es werden ca. 20 Liter erforderlich.

Damit man nun alle Stopfen wieder dicht bekommt, sagt der Ersatzteil-Sammelkatalog von IHC auf Seite 238, dass unter „Position 10“ 26x32mm Dichtringe benötigt werden.

Gerne aus Kupfer und wenn man den vierten dazulegt (für die Regelhydraulik) dann ist man schnell bei Audi.

Dankenswerterweise sind die bei Senger-Traktorteile GmbH in Dirmstein, trotz der aktuellen Kupferpreise, doch bezahlbar.

Waschbär

Mit den Kindern am Wochenende Einkaufen fahren…
Zum Drogerie-Markt…
Klar – diesmal geht’s zu DM.
Und natürlich als Roter Trecker Fahren fiel mir sofort die Badesalz-Edition ins Auge.
Gekauft und für Gut befunden – Treckerfahrer dürfen das 😂

Buchempfehlung

Eines meiner absoluten Lieblingsbücher der Kindheit: DLG-Verlags-GmbH – Frankfurt (Main): Mein Landmaschinen Buch von Dr. Franz Meyer. Die Innenseite trägt eine Widmung:

Als Prämie für besondere Leistungen Landwirtschaftsschule Bad Gandersheim, d. 19. März 1966

Also in 18 Tagen 60 Jahre alt ❤️✊😉

Die zweite Auflage aus 1963 enthält einen Hinweis von Johann Gottlieb Fichte:

Der Mensch soll arbeiten, aber nicht wie ein Lasttier, das unter seiner Bürde in den Schlaf sinkt und nach der notdürftigen Erholung erschöpfter Kräfte zum Tragen derselben Bürde wieder aufgescheucht wird.
Er soll angstlos, mit Lust und Freude arbeiten und Zeit übrigbehalten, seinen Geist und sein Auge zum Himmel zu erheben, von dessen Anblick er gebildet ist.

Schmierplan Seite 16,17 – tD (technischer Dienst)

Heute bei schönstem Frühlings-Wetter war technischer Dienst Tag.
Zunächst am Vormittag erfolgte eine Wäsche insbesondere der Räder und des Unterbaus.

Am Nachmittag waren dann gemäß Betriebsbuch die Schmierpunkte dran:

  • Vorderachspendellager, vorn und hinten
  • Achsschenkelführung unten und oben (beidseitig)
  • Vorderradlager (beidseitig)
  • Kupplungsausrückgabelwelle
  • Kupplungsbedal
  • Agriomatic-Handhebel
  • Lagerung Bremswelle (beidseitig)
  • Lagerung beider Bremspedale
  • Differentialsperre

Wichtiger Punkt ist auch immer der Ölstand der Einspritzpumpe sowie der Regelhydraulik und der Motorölstand.

Alle drei wurden gemessen und im bereich Einspritzpumpe und Regelhydraulik korrigiert.

Zu guter Letzt war noch der Besuch bei der Tankstelle angesagt und der Dieselbehälter aufgefüllt. Alles fein 🚜☺️

Ein Bild

Die Signatur ist als „Gröber“ zu lesen, darunter befindet sich die Jahreszahl „59“, was für das Entstehungsjahr 1959 steht.

Einordnung des Künstlers

Aufgrund des Standorts (Münchehof/Seesen) und der zeitlichen Einordnung (1959) handelt es sich bei dem Maler höchstwahrscheinlich um einen lokalen oder regionalen Heimatmaler.

Der Hof Voß in Münchehof

Münchehof hat eine lange Geschichte als landwirtschaftlich geprägter Ort (der Name leitet sich vom mittelalterlichen „Mönche-Hof“ ab, einer Außenstelle des Klosters Walkenried).

  • Bedeutung: Für die Familie Voß stellt dieses Gemälde ein wertvolles zeitgeschichtliches Dokument dar. Es zeigt den Zustand des Hofes vor genau 67 Jahren und bewahrt Details der damaligen Architektur und Hofgestaltung, die heute möglicherweise so nicht mehr existieren.
  • Stilistik: Die Ausführung als Ölgemälde unterstreicht den Stellenwert, den der Hof für die Besitzerfamilie hatte – es war das klassische „Hofporträt“